Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Austausch gestalten. Kompetenz stärken. Das war nicht nur das Motto des 1. Deutschen Verhütungskongresses, sondern ist seit vielen Jahren auch einer der Leitgedanken der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) selbst! In diesem Sinne nehmen wir als Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) die Aufgaben staatlicher Gesundheitspolitik wahr. Wir sind für die Erarbeitung von Grundsätzen und Richtlinien sowie für den Inhalt und die Methoden einer praktischen Gesundheitserziehung verantwortlich. Darüber sind wir für Qualifizierung der auf diesem Gebiet tätigen Personen, die Koordinierung und Verstärkung der gesundheitlichen Aufklärung und Gesundheitserziehung im Bundesgebiet sowie die Zusammenarbeit mit vergleichbaren Einrichtungen im Ausland zuständig.

Bei der Auswahl der zu behandelnden Themen orientieren wir uns an den zur jeweiligen Zeit dringlichen Gesundheitsproblemen mit Präventionsrelevanz und den aktuellen Theorien und Methoden der gesundheitlichen Aufklärung. Derzeit liegt unser Fokus auf der Prävention von Infektionskrankheiten, insbesondere HIV/AIDS und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, der Suchtprävention (Schwerpunkte Tabak- und Alkoholprävention) sowie der Förderung der Kinder- und Jugendgesundheit (Gesunde Entwicklung; Ernährung, Bewegung, psychische Gesundheit). Gleichzeitig erfüllen wir gesetzliche Aufgaben in Bezug auf Sexualaufklärung und Familienplanung (Schwangerschaftskonfliktgesetz SchKG), Aufklärung zum Thema Organ- und Gewebespende (Transplantationsgesetz § 2) und Aufklärung über die Blut- und Plasmaspende (Transfusionsgesetz § 3 Abs. 49).

Gesundheitsvorsorge und Gesundheitserhaltung sind unsere obersten Ziele. In unseren inhaltlichen Aufklärungsschwerpunkten entwickeln wir Maßnahmen und Programme, um die Neuerkrankungshäufigkeit zu senken (Primäre Prävention), die Krankheitsfrüherkennung zu steigern (Sekundäre Prävention) und allgemein die Gesundheitspotenziale zu stärken (Gesundheitsförderung). Um diese Ziele zu erreichen, bedarf es kontinuierlicher und langfristig angelegter Maßnahmen, die auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse mit fachlicher Kompetenz zielorientiert geplant und umgesetzt werden.

In der Sexualaufklärung und Familienplanung entwickeln wir in Zusammenarbeit mit Vertretern der Familienberatungseinrichtungen aller Träger ebenfalls Konzepte, Medien und bundesweite Maßnahmen. Nach unserem Verständnis ist Sexualität ein existenzielles Grundbedürfnis des Menschen und ein zentraler Bestandteil seiner Identität und Persönlichkeit. Ziel ist es, Menschen zu einem eigen- und partnerverantwortlichen, gesundheitsgerechten Umgang mit Sexualität, Verhütung und Familienplanung zu befähigen, damit sie selbstbestimmte Entscheidungen treffen können. Jugendliche, Männer und Frauen werden mit Informationen, Kompetenzen, Haltungen und Werten ausgestattet, damit sie ihre Sexualität verstehen und befriedigend erleben. So können sie sichere und erfüllende Beziehungen gestalten und Verantwortung für ihre sexuelle Gesundheit und die des Partners übernehmen.

Aufklärung über Sexualität und Verhütung orientiert sich an Alter, Geschlecht, Entwicklungsstand, kulturellem wie sozialem Hintergrund und der Lebensrealität der Menschen. Sie basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz von Sexualität, sexueller Gesundheit und Wohlbefinden und der Anerkennung von Vielfalt. Es ist uns wichtig, fachlich korrekte Informationen über alle Aspekte menschlicher Sexualität und Verhütung zu vermitteln und Zugang zu Beratung und Hilfe zu vermitteln.

Familienplanung wird stark von gesellschaftlichen Bedingungen und Wandlungsprozessen beeinflusst. Daher steht im Zentrum unserer Arbeit die Förderung einer Familienplanung, die nicht einen separaten Lebensabschnitt der Familiengründungsphase umreißt, sondern als integraler Bestandteil der gesamten Lebensplanung verstanden wird.